Totes Meer

 

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Geschichte

Das Tote Meer, dessen Wasserspiegel 400 m unter dem Niveau des Mittelmeeres liegt, besitzt gegenwärtig eine Länge von 79,5 km und eine maximale Breite von 17 km. Im Gebiet des Toten Meeres ist eine Vielzahl von Gesteinsarten anzutreffen:
Felsgestein aus dem Präkambrium (im wesentlichen Granit, saure vulkanische und Silikatgesteine), im südlichen Teil liegen Gesteine aus dem Paläozoikum und Lizozoikum vor. Beim Lizozoikumeozän handelt es sich um marine Sedimente u.a.

 

Die Vielfalt der Gesteine im Gebiet des Toten Meeres ist ein Hinweis auf die Einzigartigkeit und Verschiedenartigkeit der mineralischen Zusammensetzung.
 

Chemische Zusammensetzung des Wassers im Toten Meer (in mg/l) (Bentor, 1961)

 

Natrium

34,900

Kalium

7,560

Rubidium

0,060

Calcium

15,800

Magnesium

41,960

Chlor

208,020

Brom

5,920

Einzelne Schwefelsäureionen

0,540

Kohlendioxidionen

0,240

GESAMT

15,000

 

 

 

Das Leben im Toten Meer. Die Arhaebakterie

In 1983 konnte A. Auren neben der Bakterienpopulation 4-5 x 104 Zellen pro ml im Wasser des Toten Meeres auch eine sehr geringe Menge Algen Dunaliela (4-6 Zellen pro ml) nachweisen und auf das Vorhandensein von Leben im Toten Meer schließen.

Die Materialien über die Arhaebakterie wurden erstmals im Handbuch “Bakterienbestimmung” (Terminologie entsprechend dem Buch von V. Albert, D. Bray,
D. Lewis, M. Raff u.a. “Molekularbiologie der Zelle”, Bd. 1, Verlag “Mir”, 1994) veröffentlicht.

 

Die Arhaebakterien gehören zur Klasse Halobacterium mit den Gruppen
Halobacterium salinarium
Halobacterium citirubrum
Halobacterium nalobium
Halobacterium marismortui
Halobacterium trapanicum.

Die DNA- und RNA-Analyse sowie die Untersuchung einiger physiologischer Eigenschaften dieser Mikroorganismen zeigte, daß die Arhaebakterien zu einer eigenständigen Gruppe von Organismen gehören, die weder den Prokaryoten, noch den Eukaryoten (hinsichtlich des Divergenzgrades ein eigenständiges Oberreich) zugeordnet werden können. Einigen Merkmalen nach stehen sie den Kernorganismen näher, während ihre Ähnlichkeit mit den Prokaryoten nur darin besteht, daß sie keinen ausgebildeten Kern aufweisen.

 

Die Arhaebakterien bestehen aus:
Lipoproteiden, Lipiden, die Hauptbestandteil der biologischen Membran sind, die Energiereserven des Organismus darstellen und zur Verbesserung der biologischen Schrankenpermeabilität beitragen.
Lecithin, das zur Gruppe der komplizierten Lipide gehört. In der Medizin wird seine allgemein stärkende Wirkung bei Kräfteverfall, Blutarmut und Neurosen genutzt.
Lysozym (Muramidase) , ein Ferment von der Art eines Antibiotikums, das die bakteriellen Zellwände angreift. Bildet im menschlichen Organismus eine antibakterielle Schranke. Heute wird Lysozym in der Therapie trophischer Geschwüre, Wunden, Asthma, Angina, Pleuritis angewendet.
Metallproteiden - Schwermetall-Eiweiß-Komplexen (Eisen, Zink, Kupfer, Mangan).
Eiweißen, Peptiden, Aminosäuren.
Fermenten
und anderen biologisch aktiven Bestandteilen.


In 1993 wurde von Auren nachgewiesen, daß sich die quantitative und qualitative Zusammensetzung der Lebewesen im Toten Meer in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen ändert.
Während der Niederschlagszeit kommt es zu einer Verdünnung der Oberflächenschicht des Wassers und zu einem rapiden Anstieg der Anzahl der einzelligen Algen Dunaliella bis auf 8000 Zellen pro ml und Halobacterium citirubrum bis auf 2x107 Zellen pro ml, während zu Trockenperioden ihre Anzahl wesentlich geringer ist.